12.03.2026
Wien, 13. März 2026 - Die österreichische Budgetpolitik steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Angesichts steigender Ausgaben, konjunktureller Unsicherheiten und struktureller Reformbedarfe rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie fiskalische Stabilität mit gezielten wirtschaftlichen Impulsen verbunden werden kann. Beim aktuellen UNIQUE talk befassten sich Finanzminister Markus Marterbauer, Siemens Österreich CEO Patricia Neumann und der ehemalige Budgetsektionschef Gerhard Steger mit Prioritäten, Spielräumen und strategischen Leitlinien der aktuellen Budgetpolitik.
Im Zentrum stand dabei die Balance zwischen notwendiger Konsolidierung und Investitionen in Zukunftsbereiche wie Infrastruktur, Innovation, Digitalisierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Dabei gehe es nicht nur um kurzfristige Budgetziele, sondern um die langfristige Positionierung des Wirtschaftsstandorts Österreich im europäischen und internationalen Wettbewerb.
Finanzminister Markus Marterbauer erläuterte die aktuellen Pläne der Bundesregierung und betonte: „Im ersten Jahr der Bundesregierung wurde die wirtschaftliche Trendwende eingeleitet. Die Konjunktur erholt sich langsam, aber spürbar. Der Inflationsdruck hat, auch wenn es auf Grund internationaler Entwicklungen ständig zu Änderungen kommen kann, nachgelassen, die Sanierung des Budgets schreitet voran. Das ist zu einem großen Teil auch den gesetzten Maßnahmen geschuldet. Nun gilt es auch in den kommenden Jahren das Budget so zu gestalten, dass sich die Konjunktur weiterhin gut entwickeln kann und gleichzeitig das Ziel, das Defizit 2028 unter 3 Prozent zu bekommen, einhalten zu können.“
Der ehemalige Budgetsektionschef Gerhard Steger, blickt auf langjährige Erfahrung zurück und weiß als Experte für Haushaltssteuerung: „Das Nettovermögen des Bundes und einiger Länder ist negativ und liegt bei weit über 200 Milliarden Euro im Minus. Das unterstreicht den großen Sanierungsbedarf. Die leichteren Themen der Budgetkonsolidierung sind abgearbeitet, jetzt warten die wirklich schweren Brocken, vor allem Demografie bedingte Ausgaben, der ineffiziente Föderalismus und die umfangreichen Förderungen. Das erfordert politischen Mut und Entschlossenheit.“
„Besonders wichtig sind Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Zukunftstechnologien wie Digitalisierung, KI und die Energiewende, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs langfristig zu sicher. Planbare und verlässliche Rahmenbedingungen sowie Mut zu Strukturreformen sind essenziell, um nachhaltige Investitionen von Unternehmen zu fördern“, so Patricia Neumann, CEO von Siemens Österreich, die wertvolle Impulse aus der wirtschaftlichen Praxisperspektive einbrachte.
Der UNIQUE talk widmete sich damit der zentralen Herausforderung moderner Finanzpolitik: Wie kann Budgetpolitik zugleich Stabilität sichern, strukturelle Reformen ermöglichen und wirtschaftliche Dynamik fördern? Die Diskussion verband dabei politische Entscheidungsverantwortung mit administrativer Expertise und unternehmerischer Perspektive. So entstand ein Raum zur differenzierten Einordnung aktueller budgetpolitischer Entwicklungen.
Unter den hochkarätigen Gästen fanden sich unter anderem Jutta Löffler, Hartwig Löger, Cornelia Mayrbäurl, Maida Sabanovic, Florian Lindebner, Dominik Spannocchi, Barbara Teiber, Michael Bachner, Markus Brodnik, Christine Dornaus, Peter Eberdorfer, Michael Gerbavsits, Rudolf Greinix, Günter Geyer, Walter Harm, Werner Fichtinger, Stefan Ottrubay und Edgar Winzettl.
Die Eindrücke des gestrigen UNIQUE talk finden Sie
hier: © UNIQUE relations/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
Foto (v.l.n.r.): Gerald Groß, Gerhard Steger, Markus Marterbauer, Patricia Neumann und Josef Kalina
Fotocredit: UNIQUE relations/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
Rückfragehinweis:
Lara Hoppe, MA
UNIQUE Relations
T: +43 1 877 55 43 – 41