25.09.2026

Gesundheitspolitik 2030: UNIQUE talk diskutiert zentrale Fragen hin zu einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung der Zukunft

Zu dieser Meldung gibt es: 1 Bild
Wien, 25. September 2026 - Die österreichische Gesundheitspolitik steht vor großen Herausforderungen. Beim aktuellen UNIQUE talk diskutierten Bundesministerin Korinna Schumann, Vertreter:innen der Sozialversicherung, der privaten Krankenversicherung, der Ärzteschaft und der Gesundheitssystemforschung über die Zukunft der Versorgung, die Zusammenarbeit der zentralen Akteur:innen und konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung.

Im Zentrum stand dabei die Frage, wie eine bessere Koordination zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung gelingen kann. Diskutiert wurde auch, welche Rolle der kürzlich vorgestellte Gesundheitsfonds zur Stärkung des niedergelassenen Bereichs spielen kann und welchen Beitrag private Versicherungen zur Versorgung leisten können. Die Diskussion machte deutlich, dass eine nachhaltige Gesundheitsversorgung klare Zuständigkeiten, funktionierende Schnittstellen und eine Finanzierung braucht, die sich an den tatsächlichen Versorgungsbedürfnissen orientiert.

Bundesministerin Korinna Schumann betonte: „Wir werden unser Gesundheitssystem nur dann weiterentwickeln, wenn Bund, Länder und Sozialversicherung an einem Strang ziehen. Genau das ist die Idee der Reformpartnerschaft. Wir legen gemeinsame Ziele fest, planen zusammen und sorgen dafür, dass die notwendigen Veränderungen auch umgesetzt werden. Denn am Ende zählt nicht, wer wofür zuständig ist, sondern ob die Menschen gut versorgt sind.“

Thomas Kuchlbacher, Leiter Krankenversicherung der Wiener Städtischen, sagte: „Eine starke Gesundheitsversorgung braucht ein gutes Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Akteurinnen und Akteuren. Private Gesundheitsvorsorge unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und kann zusätzliche Finanzierung, Services und Versorgungskapazitäten ins System einbringen. Entscheidend ist, diese Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu stärken.“

„Der private Gesundheitssektor leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Schon heute wäre unser Gesundheitssystem ohne private Zuzahlungen kaum finanzierbar. Umso wichtiger ist es, die öffentliche Gesundheitsversorgung finanziell nachhaltig abzusichern und gleichzeitig bestehende Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln. Wenn es nicht gelingt, das öffentliche Versorgungsangebot entsprechend der steigenden Nachfrage auszubauen, wird der private Bereich zwangsläufig jene Lücke schließen müssen, die zwischen dem Bedarf und dem Angebot entsteht. Leistungen, die im Rahmen privater Zusatzversicherungen erbracht werden, sollten daher stärker anerkannt und schrittweise in den öffentlichen Bereich integriert werden. Sie machen mittlerweile einen signifikanten Anteil der Gesundheitsausgaben aus und leisten damit auch einen Beitrag zur Finanzierung und Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung“, ergänzte Dr. Benjamin Glaser, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Peter Lehner, Obmann der SVS, erklärte: „Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem braucht nicht nur die Kooperation und Koordination der Stakeholder, also Bund, Länder, Sozialversicherung, Ärzte, Apotheken, etc., sondern vor allem die aktive Mitwirkung der Versicherten. Die Verantwortung für die eigene Gesundheit liegt in erster Linie bei dem Versicherten selbst. Eigenverantwortung und Eigeninitiative sind entscheidend für die persönliche Gesundheit und für die Zukunftsfähigkeit des Systems.“

„Wenn wir die Versorgung stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten und die Orientierung im Gesundheitssystem verbessern wollen, müssen wir die Primärversorgung ausbauen. Darüber besteht in der Gesundheitsreform weitgehend Einigkeit. Eine starke Primärversorgung bedeutet, dass Hausärzt:innen im Team mit Pflege, Therapie sowie weiteren Gesundheits- und Sozialberufen arbeiten. Genau dafür stehen Primärversorgungseinheiten: Sie ermöglichen eine umfassende, möglichst wohnortnahe Versorgung, in der viele Anliegen direkt im Team geklärt und behandelt werden können. Zugleich schaffen sie Arbeitsbedingungen, die besonders für jüngere Ärzt:innen und andere Gesundheitsberufe attraktiv sind“, so Dr. David Wachabauer, Abteilungsleiter Primärversorgung & Versorgungskoordination der Gesundheit Österreich.

Der UNIQUE talk widmete sich damit der zentralen Herausforderung moderner Gesundheitspolitik: Wie können die zentralen Akteur:innen ihre Verantwortung besser wahrnehmen, Schnittstellen stärken und gemeinsam eine langfristig tragfähige Versorgung sicherstellen? Die Diskussion verband politische Verantwortung mit Perspektiven aus Sozialversicherung, privater Krankenversicherung, medizinischer Praxis und Gesundheitssystemforschung.

Die Eindrücke des gestrigen UNIQUE talk finden Sie hier: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/40077 © UNIQUE relations/APA-Fotoservice/Jana Madzigon

Foto (v.l.n.r.): Josef Kalina (Geschäftsführer UNIQUE relations), Manuel Schalk (Vorstand Wiener Städtische Versicherung), Dr. Benjamin Glaser (Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie), Gerald Groß (Moderator), Peter Lehner (SVS Obmann), Korinna Schumann (Bundesministerin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Thomas Kuchlbacher (Leiter Krankenversicherung der Wiener Städtischen) und Dr. David Wachabauer (Abteilungsleiter Primärversorgung & Versorgungskoordination Gesundheit Österreich)

Fotocredit: UNIQUE relations/APA-Fotoservice/Jana Madzigon

Rückfragehinweis:
Lara Hoppe, MA
UNIQUE Relations
T: +43 1 877 55 43 – 41
Alle Inhalte dieser Meldung als .zip: Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder (1)

UNIQUE talk_Gesundheit 2030
4 074 x 2 717